Wohlbefinden

Blutdruck messen – aber wie?

In meinem Blogpost Immer auf Hochtouren hat Suzanne Morshuis (leitende Oberärztin an der Klinik Löhne, Bad Oeynhausen) eindrucksvoll erklärt, wann und warum regelmäßiges Blutdruckmessen in fortschreitendem Alter so wichtig ist. In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie einfach und unkompliziert das Messen und die Dokumentation der Ergebnisse sein kann. Da mir das Unternehmen BRAUN zu diesem Zweck das Gerät BRAUN ActivScan™ 9 zur Verfügung gestellt hat, muss ich diesen Beitrag von Rechts wegen als WERBUNG kennzeichnen. Ich werde aber nicht nur auf dieses Gerät eingehen, sondern auch die Unterschiede zu einer günstigeren Alternative nennen.

Was genau misst man eigentlich?

Zur Bestimmung des Blutdruckwertes misst man den Druck in den Arterien. Dieser ist abhängig von der Spannung in der Gefäßmuskulatur, der Dehnbarkeit der Gefäßwand und der Menge Blut, die das Herz pro Minute in die Hauptschlagader pumpt. Übrigens wird der Blutdruck in Arztbriefen mit dem Kürzel „RR“ notiert. Das geht zurück auf den Erfinder der Blutdruckmanschette Scipione Riva-Rocci. Beim Messen erhält man zwei Werte: den oberen (systolischen) und den unteren (diastolischen) Blutdruckwert. Der systolische entsteht während der Anspannung des Herzmuskels, der diastolische in der „Füllungsphase“, d.h. wenn nach dem Herzschlag erneut Blut in die Herzkammern fließt. Die ermittelten Werte werden in der Einheit Millimeter Quecksilbersäule, mmHg,  angegeben.

Welche Geräte stehen mir zur Verfügung?

Es gibt kleine Blutdruck-Geräte für’s Handgelenk. Ihr Vorteil ist, dass man sie leicht überall hin mitnehmen kann. Allerdings müssen sie beim Messen sehr ruhig und auf Herzhöhe gehalten werden. Als zuverlässiger gelten die Oberarm-Geräte, die man auch vom Arztbesuch kennt.

Was muss ich beachten?

  • Der Blutdruck sollte nicht in Eile gemessen werden. Setzt euch vielmehr hin, macht eine Pause und entspannt für 5 Minuten. Dann beginnt ihr erst mit der Messung.
  • Achtung: Zigaretten, Kaffee sowie eine volle Blase treiben den Blutdruck hoch!
  • Nach körperlichen Aktivitäten sollte 30 Minuten gewartet werden.
  • Da der Blutdruck im Laufe des Tages schwankt, sollte immer zur gleichen Uhrzeit kontrolliert werden, damit die Ergebnisse vergleichbar sind.
  • Am besten setzt ihr euch auf einen Stuhl, lehnt euch entspannt an, stellt die Beine nebeneinander und legt den zu messenden Arm bequem ab.
  • Die Manschette muss 2 bis 3 Zentimeter über der Armbeuge angelegt werden und muss sich auf Herzhöhe befinden. Darauf muss vor allem bei Handgelenksgeräten geachtet werden.
  • Beim Messen solltet ihr euch nicht bewegen, reden oder durch Geräusche und Bilder ablenken lassen.

Das Messen mit dem BRAUN ActivScan 9

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Da es sich beim BRAUN ActivScan™ 9 um ein Oberarmgerät handelt, liegt die Manschette bereits automatisch auf Herzhöhe. Was mir besonders gut gefällt: Die Manschette dieses Gerätes ist dank seiner Oberarm-Klammer nicht nur leicht anzulegen, sondern fühlt sich aufgrund des weichen Futters sogar angenehm an. Zusätzlich wird die Manschette mit einem Klettverschluss sicher am Oberarm befestigt. Das Aufpumpen erfolgt mit leisem Geräusch und der Druckaufbau geschieht tatsächlich, wie in der Werbung versprochen, sehr sanft. Zum Vergleich: Unser bisheriges Oberarmgerät, das wir für unter 30 Euro erworben haben, baut den Druck schnell und verhältnismäßig laut auf und das Piepen in Herzfrequenz stört beim Entspannen. Beim BRAUN ActivScan™ 9 ist das Ergebnis  sofort auf dem Farbdisplay zu sehen, denn seine Neigung ermöglicht ein Ablesen aus der eingenommenen Sitzposition (unser „altes“ Gerät zeigt nicht in Farbe an und zum Ablesen muss man sich über das Display beugen). Was die Werte betrifft: Sie waren bei beiden Geräten bei allen Test-Messungen immer identisch, daher gehe ich davon aus, dass die Messungen korrekt sind — auch wenn das BRAUN ActivScan™ 9 vom Deutschen Hochdruckliga e.V. (noch) kein Prüfsiegel zur Messgenauigkeit erhalten hat.

Das Gerät macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ist intuitiv bedienbar. Eine beiliegende Kurzanleitung unterstützt mit eindeutigen Abbildungen bei der Ersteinstellung. Wer am Anfang unsicher ist, kann sich vor jedem Messen anzeigen lassen, was genau zu tun ist. Besonders gut finde ich die Speicherfunktion: Bis zu 200 Messwerte für zwei Nutzer können festgehalten und als Verlaufsdiagramm und in der Kalenderansicht wiedergegeben werden. Ebenso kann man sich den Durchschnittswert einer Messperiode anzeigen lassen und auf diese Weise Tendenzen sofort erkennen. Zum Vergleich: Unser bisheriger Blutdruckmesser zeigt die gespeicherten Werte nur einzeln an, so dass man für eine zweiwöchige regelmäßige Messung Papier und Stift bemühen musste, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Was mich allerdings irritiert, ist die Klassifizierung der gemessenen Werte. In einer farbcodierten Tabelle werden vier Kategorien in den Farben Grün, Gelb, Orange und Rot angezeigt, die den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO entsprechen sollen. Meine Recherche ergab etwas anderes: Die WHO teilt die Blutdruck-Werte in einen Grenzwert von über und unter 140/90 mmHg. Werte unter dieser Richtlinie gelten als optimal, normal oder hochnormal, Werte darüber werden klassifiziert als Hypertonie Grad 1, 2 oder 3. Die Klassifizierung des BRAUN ActivScan™ 9 berücksichtigt weder den Grenzwert von 140/90 mmHg (die Grenze zwischen Grün und Gelb liegt hier bei 135/85) noch die Einteilung in sechs Kategorien. Die Kategorie „hochnormaler Blutdruck“ entfällt völlig, das verunsichert!

Und was mir gar nicht gefallen hat, ist die App BRAUN Healthy Heart, dank derer man seine Werte per Smartphone ansammeln und teilen kann. Sie dient in erster Linie dazu, mehr als die 200 Werte zu speichern, erhöht also die Speicherkapazität des Messgerätes. Darüber hinaus bietet sie kaum Service: Um die Auswirkungen des eigenen Lebensstiles auf den Blutdruck zu beurteilen, schätzt man seine Aktivität oder Ernährung auf einer Skala von 1 bis 5 ein. Vager und unspezifischer kann es kaum sein. Ich hätte mir hier differenziertere Eingabemöglichkeiten gewünscht zu den täglichen Aktivitäten und zum Essverhalten. Ebenso habe ich Tipps und Motivations-Nachrichten vermisst, so wie andere Gesundheits-Apps sie bieten.

Mein Fazit: Das BRAUN ActivScan™ 9 ist ein hochwertiges Oberarm-Blutdruckgerät, das kinderleichtes und bequemes Blutdruckmessen ermöglicht. Man darf sich allerdings von der farblich angezeigten Klassifizierung nicht täuschen lassen: Gelb, als zweite Kategorie, bedeutet nicht: „Geht gerade noch so.“ Hier wird regelmäßiges Messen und das Besprechen mit dem Arzt schon wichtig! Sehr gut gefallen mir der Überblick über den Verlauf sowie die Kalenderansicht, denn so kann ich die Tendenz meiner Blutdruckwerte besser einordnen. Die App BRAUN Healthy Heart bietet für mich keinen Mehrwert, da ich meine Daten weder teilen noch lange speichern möchte. Mein Tipp: Wer nur ab und zu seinen Blutdruck kontrolliert, kann auch zu einem einfacheren und preisgünstigeren Gerät greifen. Wer dagegen seine Werte auf Dauer im Blick halten und analysieren möchte, für den ist das BRAUN ActivScan™ 9 eine gute Alternative.
HIER geht’s zu den Produktinformationen von BRAUN.

 

 

 

 

 

 

 

 

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