Sonne tanken
Wohlbefinden

Rausgehen und Sonnenhormone tanken

Es wird Frühling – endlich! Wir haben eine gefühlte Ewigkeit darauf gewartet, wie jedes Jahr eigentlich. Aber jetzt ist es so weit: Die Temperaturen steigen, die Sonnenstrahlen verleihen der Welt ein freundliches Gesicht, sie verwöhnen uns und die Natur um uns herum. Sträucher erwachen grün aus dem Winterschlaf, Narzissen, Krokusse und Primeln sorgen für bunte Farbtupfen und seit ein paar Tagen zeigen auch die Magnolien in der Nachbarschaft ihre volle Pracht. So viel Licht und Energie: Das macht gute Laune!

Vitamin D an die Haut lassen

Aber warum eigentlich? Verantwortlich für unser Wohlbefinden ist nicht nur die herrliche Optik und wohltuende Wärme. Vielmehr ist es ein Stoffwechselprozess, der in Gang gesetzt wird und für unser Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielt: Das Sonnenlicht verhilft dem Körper dazu, lebenswichtiges Vitamin D zu bilden. Ein Vitamin, dessen zentrale Funktion bereits vor über einem Jahrhundert entdeckt wurde, das aber heute noch Anlass zu kontroversen Diskussionen führt. Ein Vitamin, das eigentlich ein Hormon ist.

Vitamin D entsteht in der Haut in Reaktion mit den kurzwelligen UV-Strahlen der Sonne. Es ist nur in wenigen Lebensmitteln enthalten (z. B. in fetthaltigem Fisch wie Matjes). Ohne adäquaten Vitamin D3-Spiegel im Blut kann der Körper kein Kalzium aufnehmen und wird damit beim Knochenwachstum gehemmt. Daher sind die Forscher Ende des 19. Jahrhunderts auch auf dieses Spurenelement gestoßen, als sie nach den Ursachen für die damals häufigen Erkrankungen Rachitis und Skorbut suchten. Sicherlich können sich viele von euch noch an den täglichen Löffel Lebertran erinnern, der Kindern damals zur Vorsorge verabreicht und später durch Vitamin D-Tabletten abgelöst wurde.

Immunabwehr stärken

Aber was viele nicht wissen – und was auch mich aufhorchen ließ: ein Vitamin-D-Mangel kann sich auch noch auf vielerlei andere Arten äußern: Müdigkeit, Energielosigkeit, unruhigen Schlaf, Krämpfe in Armen, Beinen oder Augenlidern zum Beispiel. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Forschungserkenntnissen darüber, dass Vitamin D für die Gesunderhaltung und die Immunabwehr essentiell ist und nicht nur die Entwicklung von Knochenkrankheiten verhindert. Die Vitamin-D-Forscher sprechen auch von einer Beeinflussung hinsichtlich Darmkrebs, MS, Schuppenflechte, hohem Blutdruck, Depressionen und Entzündungsneigung (Rheuma, Fibromyalgie).

Die Besorgnis unserer Babyboomer-Generation über spröde Knochen und Knochenbrüche, über Osteoporose und mancherlei Beschwerden, die Frauen mit Wechseljahren verbinden, lenken die Aufmerksamkeit heute wieder auf das Sonnenhormon Vitamin D. Wissenschaftler warnen vor einer eklatanten Unterversorgung, und zwar nicht nur in den Wintermonaten. Und da die Haut mit zunehmendem Alter weniger Vitamin D bilden kann, sind vor allem Menschen ab dem mittleren Alter betroffen. Wer in unserem Alter gleichzeitig viele Stunden täglich am PC verbringt und auch in der Mittagszeit das Tageslicht nicht nutzt, gefährdet seine Gesundheit auch in dieser Hinsicht (und nicht nur durch den Mangel an Bewegung).

Was also ist zu tun? In erster Linie gilt es, das eigene Verhalten zu beobachten und ggf. zu ändern. Folgende Tipps habe ich hierzu gefunden:

5 Tipps zur Stärkung des Vitamin-D-Haushalts

  • Regelmäßig, aber mäßig (!) die Sonnenstrahlen nutzen, und zwar ohne UV-Schutz. Dabei spielt das Gesicht bei der Bildung von Vitamin D wohl, aufgrund der dünneren Haut, eine untergeordnete Rolle. Eher sollte man auf das Cremen von Armen und Beinen für ein kurzes Sonnenbad verzichten.
  • Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen statt in geschlossenen Verkehrsmitteln.
  • Matjes und Lachs auf die Speisekarte setzen, das sind gute Vitamin-D-Lieferanten. Ebenso Eigelb, Kalbfleisch, Spinat und Milcherzeugnisse.
  • Bei Symptomen wie chronischer Müdigkeit oder Kraftlosigkeit, schlechtem Immunsystem oder Hauptproblemen auch an eine mögliche Vitamin-D-Unterversorgung denken und beim Arzt den Blutwert bestimmen lassen.
  • Über Vitamin-D-Ergänzungsmittel nachdenken

Kritische Diskussionen im Netz

Allerdings finden sich hinsichtlich jenes Blutwertes und der Frage, ob  Vitamin D als Nahrungsergänzung erforderlich ist, jede Menge kritische Diskussionen im Netz. Wo liegt der untere Grenzwert? Wie hoch liegt dagegen der empfohlene Wert? Und ab wann ist eine Vitamin-D-Gabe toxisch? Natürlich streiten sich Hautärzte und Vitamin-D-Forscher darüber, ob man seine Haut überhaupt noch ungeschützt an die Sonne lassen darf. Hier kann ich euch nur raten, euch selbst ein Bild zu machen. Jedenfalls habe ich erfahren, dass der empfohlene Wert, der sogenannte „Wohlfühlwert“ doppelt so hoch ist wie der untere Grenzwert, d.h. ein Handeln in Richtung Nahrungsergänzung ist vermutlich nicht von der Hand zu weisen.

Ich jedenfalls habe die Entscheidung getroffen, das Thema einmal näher zu beleuchten und ließ letzte Woche meinen Blutwert hinsichtlich Vitamin D bestimmen. Alles Weitere kläre ich mit meinem Arzt. Und unabhängig davon genieße ich die warmen Sonnenstrahlen sowieso, und zwar in vollen Zügen!

 

Zum Weiterlesen:

  • www.vitamindelta.de
  • https://www.vitamindservice.de/
  • Professor Dr. Jörg Spitz: Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention

 

 

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