Wohlbefinden

Wenn die Hormone tanzen

Welcher Rheinländer denkt bei diesem Titel nicht an das heutige Datum? Es ist wieder so weit: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen! Und sicherlich wird heute geschunkelt und getanzt, was das Zeug hält, wenn um 11:11 Uhr die Narren ihre Saison einläuten. Und, wie immer, werden dann auch jede Menge Hormone ausgeschüttet… Aber davon handelt dieser Beitrag eigentlich nicht.

Obwohl: Dieser Tag eignet sich doch erstklassig zur Veranschaulichung darüber, welche Rolle unsere Hormone in unserem Leben spielen und wie sie unser Wohlgefühl beeinflussen. Denn gerade gemeinsames Tanzen bewirkt die Ausschüttung von Sexualhormonen und senkt die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Körper. Tanzen ist also eine Wohltat für Körper und Seele, das Bewegen im Rhythmus der Musik ist entspannend und anregend zugleich. Und es ist Ausdruck wahrer Lebensfreude.

Doch zurück zu den Hormonen, die uns – scheinbar völlig eigensinnig – manchmal auf der Nase herumtanzen. Weil wir zu wenig davon im Körper haben oder zu viel. Denn erst in diesen Situationen bemerken wir irritiert, dass etwas nicht stimmt. Dass wir neben uns stehen, unkonzentriert, schwitzend oder frierend, mit Herzrasen oder Antriebsschwäche, müde oder unruhig oder beides gleichzeitig.

Der Hypothalamus steuert uns

Hormone steuern unser Leben. Adrenalin, Thyroxin, Insulin, Östrogen und Testosteron sind nur die bekanntesten der über 100 Hormone, die heute entschlüsselt sind. Forscher vermuten, dass über 1000 dieser Botenstoffe unseren Körper regulieren. Und dabei gibt es keine einzige Körperfunktion, die ohne Hormonbeteiligung abläuft. Die Schaltzentrale sitzt im Gehirn, im Hypothalamus. Diese Drüse steuert unseren komplizierten Hormonkreislauf, der aus Stimulieren und Bremsen, aus einem dauernden Auf und Ab besteht. Je nach Tageszeit, Stressfaktor, Alter und Geschlecht.

Kein Wunder, dass die Wiederherstellung des Gleichgewichts schwierig ist, wenn die Hormone einmal aus der Balance geraten. Schwierig für Patienten mit Schilddrüsenfehlfunktion oder für Diabetiker, eine völlig natürliche Situation dagegen in den Wechseljahren. Das hören wir beim Arzt, den wir wegen Hitzewallungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, wegen innerer Unruhe und Konzentrationsschwäche, wegen Stimmungsschwankungen, Herzrasen, Müdigkeit, Schlafstörungen etc. aufsuchen. Völlig natürlich also. Aber was bringt uns dieses Wissen?

Respekt vor dem Wechsel

Ich finde es bringt drei Dinge: Erstens die Erkenntnis, dass wir in eine neue Phase eingetreten sind, die körperlich anstrengend ist. Respektieren wir sie und gönnen unserem Körper Auszeiten und Erholung. Zweitens bringt es uns die Gewissheit, dass wir uns unabwendbar von der Fortpflanzungsära verabschieden. „Herzlichen Glückwunsch!“ entgegnete meine Thai-Masseurin mir vor einiger Zeit, als ich ihr bedrückt vom Eintritt in die Wechseljahre erzählte. Ihre Erklärung: In Thailand begegnet man Frauen in dieser Lebensphase mit großem Respekt, da die Jahre jenseits der Fortpflanzungszeit dort mit Weisheit in Verbindung stehen.

Drittens sollten wir unser Wissen um die Menopause und ihre Auswirkungen dazu nutzen, unserem Körper Hilfe und Erleichterung zu verschaffen. Durch chemische oder natürliche Ersatzhormone (je nach Belieben, ich empfehle Yamscreme und/oder einen Besuch bei der Heilpraktikerin), pflanzliche Wirkstoffe mit kühlender oder beruhigender Wirkung, durch Sport, Meditation und – natürlich – durchs Tanzen!

Wenn also in Zukunft meine Hormone mal wieder tanzen – dann tanze ich mit!

 

 

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